Geschichte von Beuchte
Beuchte liegt am Nordfuß des Harly und ist das südlichste Dorf im Landkreis Wolfenbüttel. Seine Geschichte reicht weit über 850 Jahre zurück – vom Grab mit der Runenfibel bis zum Dorfleben von heute.
Frühzeit und Mittelalter
Die Beuchter Runenfibel
In der Lehmkuhle nahe der Oberen Schierksmühle legten Archäologen zwischen 1955 und 1960 neun Gräber frei. Im Grab einer Frau lag eine feuervergoldete Silberfibel mit zwei Runeninschriften: dem Namen „Buirso“ und der Runenreihe von f bis r. Sie gehört zu den ältesten Schriftzeugnissen Norddeutschlands und liegt heute im Braunschweigischen Landesmuseum.
Klein Beuchte
Eine Urkunde des Klosters Riechenberg nennt „Luttikin Bochthe“ – ein Klein Beuchte, das es heute nicht mehr gibt. An diesen Schwesterort erinnert eines der beiden Buchenblätter im Wappen.
Erste urkundliche Erwähnung
Am 2. Juni 1174 übereignet Bischof Adelog von Hildesheim die Kirche von „Bokethe“ – eine Tochterkirche von Gielde – dem Kloster Heiningen. Bokethe heißt „Buchenstätte“; über Bochede und Buchede wurde daraus Beuchte.
Amt Wiedelah
Mitte des 14. Jahrhunderts gehört Beuchte zum Amt Wiedelah. Rund sieben Jahrhunderte lang ist das Dorf mit dem Hochstift Hildesheim verbunden – dessen Farben Gold und Rot stehen heute im Wappen.
An Braunschweig-Wolfenbüttel
Nach der Hildesheimer Stiftsfehde kommt das Dorf mit dem Amt an Herzog Heinrich den Jüngeren von Braunschweig-Wolfenbüttel.
Neuzeit
Dreißigjähriger Krieg
Durchziehende Truppen setzen dem Dorf schwer zu. Der Turmaufsatz der Kirche von 1546 wird so zerschossen, dass er 1652 erneuert werden muss.
Ein einziges freies Haus
Eine zeitgenössische Statistik zählt in Beuchte genau ein freies Haus – alle anderen Bewohner waren Leibeigene.
Pfarrer und Grammatiker
Christian Gottlieb Broeder, Pfarrer in Beuchte, wird Superintendent. Seine Lateingrammatiken – der „große“ und der „kleine Broeder“ – lernten Schüler über Jahrzehnte. Sein Grabmal steht bis heute auf dem Kirchhof.
Die heutige Kirche
Nach dem Abriss der alten Kirche entsteht 1836/37 auf ihrem Fundament ein klassizistischer Saalbau aus Bruchstein. Im Dachreiter hängen zwei Glocken: eine von 1676 und eine von 1908.
Die Feuerwehr wird gegründet
Im Juli 1894 lädt Schmiedemeister Heinrich Eggeling in seine Schmiede ein – alle Bauern des Ortes kommen. Eggeling wird der erste Beuchter Brandmeister.
20. Jahrhundert
Großfeuer
Ein Brand zerstört einen ganzen Hof. Brandmeister Eggeling stirbt während der Löscharbeiten an einem Herzschlag.
Das Dorfbuch
Im Arbeitskreis der Ländlichen Volkshochschule Goslar entsteht die „Beuchter Chronik“ – mit Beiträgen zur Kirche und zum Grab mit der Runenfibel.
Ein neues Feuerwehrhaus
Die damals noch selbstständige Gemeinde Beuchte übergibt der Wehr ein Gerätehaus mit zwei Stellplätzen und einem Unterrichtsraum.
Teil der Gemeinde Schladen
Mit der Gebietsreform wird Beuchte am 1. März Ortsteil der Gemeinde Schladen im Landkreis Wolfenbüttel.
Der Bürgerverein entsteht
Aktive Beuchter gründen den Beuchter Bürgerverein. Außer der Feuerwehr gab es damals kaum Vereinsleben – und keinen Raum, in dem sich das Dorf treffen konnte.
Das Wappen
Auf Anregung des Bürgervereins entwirft ein Heraldiker das Ortswappen. Am 1. März 1999, im Jahr der 825-Jahr-Feier, stimmen die Beuchter in der Kirche darüber ab.
Heute
Dorfgemeinschaftshaus
Das Dorfgemeinschaftshaus mit der Klöndiele wird eröffnet – gefördert aus der Dorferneuerung und mit viel Eigenleistung gebaut.
Die erste Erntekrone
Der Bürgerverein stellt erstmals eine Erntekrone auf dem Marktplatz auf. Maibaum und Adventskranz gehören ebenso zum Beuchter Jahr.
Spitze bei der Sonnenenergie
Mit rund 250 kW Solarleistung auf etwa 360 Einwohner liegt Beuchte im niedersächsischen Ortsvergleich der Solar-Bundesliga vorn. Im selben Jahr findet der erste Hof- und Garagenflohmarkt statt.
Gemeinde Schladen-Werla
Aus der Samtgemeinde wird am 1. November die Einheitsgemeinde Schladen-Werla. Schon im Februar kommt weicheres Trinkwasser ins Dorf – nach über zehn Jahren Einsatz der Bürger.
Freie Schule Beuchte
Am 1. September öffnet die Freie Schule Beuchte auf einem ehemaligen Hof an der Teichstraße.
850 Jahre Beuchte
Am 31. August feiert das Dorf seine erste Erwähnung vor 850 Jahren. Im selben Sommer stellt sich der Bürgerverein mit einem neuen Vorstand komplett neu auf.
30 Jahre Bürgerverein
Der Bürgerverein feiert am 29. August sein 30-jähriges Bestehen – kurz darauf geht die neue Dorf-Website online.
Du hast alte Fotos, Postkarten oder Dokumente aus Beuchte? Die Ortsheimatpflege freut sich darüber – schreib uns an info@beuchte-bv.de.
Quellen: frühere beuchte.de (u. a. Texte des früheren Ortsheimatpflegers), Gemeinde Schladen-Werla, Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover (1902/1937), Wikipedia, Berichte der Goslarschen Zeitung.